Segelführerschein für Küstenfahrt SKS (ehemals BR Schein)

Der SKS des Deutschen Segler-Verbandes e.V. [kurz DSV] gemeinsam mit dem Deutschen Motoryachtverband [kurz DMYV] ist ein Segel- und Motorbootführerschein für Küstengewässer (Gültigkeitsbereich ähnlich SBF-See), den zu besitzen es juristisch gesehen zunächst keine Notwendigkeit gibt. Ihn vorweisen zu können ist jedoch ggf. recht wichtig, wissen doch Vercharterer wie Versicherungen wie "Seeämter", dass der SBF-See (s.o.) durchweg im Binnenland, z. B. in Duisburg, erworben wird. Den SKS hingegen bekommt man nur mit See-Segel-Erfahrung (s.u.). Der SKS schließt den Binnensegelschein zunächst nicht ein.

Prüfungs-Zulassungs-Voraussetzungen

Bewerber(innen) müssen älter als 16 Jahre sein und dem Prüfungsausschuss ihrer Wahl fristgerecht folgende 3 bzw. 4 Unterlagen einreichen: 1. Ein Passfoto + 2. Kopie des Sportbootführerscheines + 3. Einen unterschriebenen Antrag auf Zulassung zur Prüfung + 4. Nachweis über eine mit einem Seeschiff auf See versegelte Distanz von 300 sm [ca. 555 km]; Achtung: Dieser Nachweis ist erst zur praktischen Teilprüfung - also nicht bereits jetzt im Wintersemester - zu erbringen!

Prüfung: Theorie und Praxis getrennt

Prüfung Theorie

Der Bewerber muss in der Theorieprüfung einen Fragebogen ausfüllen [mit eigenen Worten, nicht multiple-choice!], der 30 (von 448 möglichen) Fragen umfasst; die Fragen [nebst Musteranworten] sind veröffentlicht, somit im Vorfeld der Prüfung bekannt. Und er muss eine von 10 umfangreichen Navigationsaufgaben lösen, die gleichfalls im Vorfeld bekannt sind. Insbesondere auf die Lösung dieser Navigationsaufgaben arbeitet unser Theoriekurs über weite Strecken hin. Die Teilnehmer müssen eine Übungs-Seekarte, ein Begleitheft und die Seekartenlegende INT 1 käuflich erwerben. Die Prüfung im März ist eine sogenannte Teilprüfung; der Schein wird erst ausgestellt, wenn zwei Teilprüfungen erfolgreich abgelegt wurden.

Prüfung Praxis

Die praktische Prüfung muss auf einem Seeschiff im Bereich der Seeschifffahrt stattfinden. Bevor der Bewerber eine solche Prüfung ablegen kann, muss er nachweisen, mindestens 300 sm versegelt zu haben. Während der Prüfungsfahrt werden die "üblichen" Segelmanöver, die Anwendung theoretischer Kenntnisse und verschiedene Seemannsknoten verlangt.

Die SIRUB-Ausbildungs-Törn finden auf der Ostsee statt, dem "gelobten Land" der Küstensegelei (Dänemark/Schweden/verschiedene Teile Deutschlands); oder auf dem Mittelmeer. Während der Segelwoche werden >200 sm zurückgelegt, werden ausreichend Manöver und Shipshandling trainiert. Wir segeln tags wie nachts bei allen vertretbaren (Wetter-)Bedingungen. Aber in aller Deutlichkeit: Es ist unmöglich, während nur eines Törns das Segeln zu erlernen! Die Teilnehmer(innen) müssen, bevor sie für einen SKS-Prüfungs-Vorbereitungs-Törn an Bord kommen, segeln können!

Ausreichendes Erlernen des Handwerks "Seemannschaft" innerhalb einer Woche bei gleichzeitigem Prüfungsvorbereitungsstress ist nicht befriedigend möglich; das hat die Erfahrung der Jahre gelehrt. Deshalb findet die SKS-Praxisprüfung nicht zum Ende einer erlebnis- und lehrreichen, einer eindrucksvollen schönen Segelwoche statt, sondern als Abschluss eines Prüfungswochenendes in den Niederlanden. Die Teilnahme an diesem Prüfungstraining kostet die SIRUB-Ostsee-Törn-Teilnehmer einen sehr geringen "Aufpreis"!

Der Vollständigkeit halber: Die Vorschriften erlauben es, eine SKS-Praxis-Prüfung als SBF-Binnen-Segel-Prüfung anerkennen zu lassen... eine weitere Schwäche der weitgehend nicht durchdachten Führerscheinrichtlinien...

Fristen für die Teilprüfungen

Eine erfolgreich abgelegte Teilprüfung hat eine Gültigkeitsdauer von zwei Jahren, d.h. innerhalb von zwei Jahren nach z.B. der Theorieprüfung muss der Bewerber sich um einen Praxisprüfungstermin gekümmert und diesen erfolreich absolviert haben. Eine Fristverlängerung ist nicht möglich.

(Zuletzt aktualisiert: 2020-10-13 15:14 CEST)